Das Verfassen einer guten Pressemeldung

Schon unter Berücksichtigung einiger Regeln und Richtlinien lässt sich eine ansprechende und sinnvolle Pressemitteilung verfassen, die ihre Leser informiert, ohne zu werten.

1. Die richtige Überschrift

Die Überschrift der Pressemeldung ist das erste, was dem Leser ins Auge fällt. Aus all der Flut der Nachrichten und Schlagzeilen soll genau die eine Meldung jene sein, welche die Aufmerksamkeit von Journalisten auf sich zieht, und in dem Moment wichtiger erscheint, als all die anderen. Daher sollte die Überschrift kompakt das aufgreifen, was auch im Text thematisch abgehandelt wird. Diese Herangehensweise ist sogar maßgeblich: Vermeiden Sie in der Überschrift unbedingt irrelevante Aspekte, welche die Erwartungen des Lesers an den Text eher enttäuschen als bestätigen. Daher ist es auch sinnvoll, die Überschrift erst zu entwerfen, wenn die gesamte Meldung schon geschrieben ist.

2. Die richtige Formulierung

Eine Pressemitteilung wird im Präsens verfasst, denn es handelt sich um eine sachliche und nüchterne Wiedergabe bestimmter Ereignisse, die vor allem informativen Charakter haben soll. Desweiteren sollte immer in der 3. Person geschrieben werden, was bedeutet: "Wir feiern heute die Neueröffnung des Restaurant Müller." umformulieren in "Das Restaurant Müller feiert heute seine Neueröffnung."
Bei der Formulierung sollte unbedingt auf verschachtelte Sätze, poetische Ausschweifungen oder unverständliche Fachbegriffe verzichtet werden. Kein Leser wird sich die Zeit nehmen, und den genauen Sachverhalt zu verstehen versuchen, wenn dies nicht schon beim ersten Lesen gelingen konnte. Die Pressemitteilung verfehlt schlicht und einfach ihren Zweck, wenn sie nicht von Vornherein als verständlich und informativ aufgefasst werden kann.
Im Text sollten außerdem keine Wertungen stattfinden, denn auch diese würden die Funktion der Textgattung unterlaufen.
Vermeiden Sie unnötige Füllwörter. Nehmen Sie sich unbedingt die Zeit, die Pressemeldung auch nach vermeintlicher Fertigstellung nochmal auf ihre Kompaktheit zu überprüfen. Es geht darum, durch die richtige Formulierung nur den Kern der dargestellten Geschehnisse zu beschreiben, jegliche Zusatzinformationen verwirren und machen die Ereignisse weniger überprüfbar und nachvollziehbar.

3. Welche Informationen sind nun wichtig für die Pressemitteilungen?

Eine besonders gute Hilfestellung beim Verfassen einer Pressemeldung ist immer das Abarbeiten der 6 W-Fragen, die da lauten: Wer? - Was? - Wann? - Wo? - Wie? - Warum?. Die Pressemitteilung unterliegt hierbei einem hierarchischem Aufbau:
All die abzuarbeitenden Informationen sollten in absteigender Wichtigkeit aufgeführt werden. Zunächst wird also die Hauptaussage dargelegt, die sich auch schon zusammen mit dem Titel die Beantwortung der W-Fragen zum Ziel setzen sollte. Doch gerade die Antwort auf die letzte Frage "Warum?" muss sich verstärkt im Rest der Meldung wiederfinden, denn nach dem Verfassen der Hauptaussage folgt das Niederschreiben der Hintergrundinformationen und Einzelnheiten.
Der Aufbau der Pressemeldung ist damit pyramidal zu verstehen. Titel und der sogenannte Lead sind kompakt zusammengefasst, weitere und detailliertere Informationen eröffnen sich dann im unteren Teil, dem Body.

4. Aufwertung der Meldung

Alle Pressemitteilungen lassen sich durch die Benutzung von Zitaten und Bildern aufwerten. Die Bilder sollten qualitativ hochwertig und aussagekräftig sein, um den Inhalt der Meldung visuell zu unterstützen. Bei Zitaten muss unbedingt auf Relevanz und Richtigkeit geachtet werden, belanglose Aussagen schaden der Informationsdichte!

Beachtet man all diese Punkte, kann die Pressemitteilung ohne Bedenken über den Presseverteiler an die Redaktionen geschickt werden!